Der süße Kern von Barcelona: Pipoca Coworking

Pipoca ist das portugiesische Wort für Popcorn und Name des von Alfonso Portugal gegründeten Coworking Space, das im historischen Zentrum von Barcelona liegt. Die berühmte Flanier- und Einkaufspromenade La Rambla ist gleich um die Ecke. Ein besonderer Ort für ein wirklich einmaliges Coworking Space.

Im ersten Stock eines unscheinbar wirkenden Wohnhauses steigt einem schon an der Tür der süße Duft des Popcorns in die Nase. Gleich hinter der Tür, durch die uns eine hier arbeitende deutsche Coworkerin ließ, steht auch gleich ein stets genutzter Popcorn-Automat. Am Vormittag wird süßes Popcorn gemacht, am Nachmittag gibt es salziges Popcorn.

Von außen lässt sich die Größe des Space nicht einmal ansatzweise erahnen. Mehrere fürs Coworking genutzte Räume befinden sich in dem zur Straße hin gelegenen Teil des Hauses. Nach hinten raus gibt es eine riesige Terrasse, hinter der sich noch kleinere Büros für Startups befinden. Man fühlt sich im liebevoll eingerichteten Coworking Space auf Anhieb sehr wohl.

Die Community ist es aber, die das Pipoca ausmacht. In den einzelnen Räumen und auf den Fluren wird sich fröhlich unterhalten, Entdeckungen im Internet präsentiert, Tischtennis gespielt oder eine neue Schallplatte aufgelegt, die dann auf dem Flur und der Terrasse gehört werden kann. Alfonso kennt alle Coworker persönlich, untereinander scheint sich die Community sehr gut zu verstehen. Es fühlt sich alles sehr familiär im Pipoca an. Und das Popcorn schmeckt.

Das Pipoca haben nicht Kati und ich entdeckt, sondern es hat uns entdeckt. Als wir noch in Deutschland waren, bemerkte die Community Managerin Mariana unsere Reise-Tweets und lud uns in das Space ein. Tagesmieten sind hier nämlich nicht möglich, aber weggeschickt wird auch niemand, denn Platz findet sich immer. Und wer länger in Barcelona ist, sollte hier einmal vorbeischauen.

Alfonso Portugal hat Pipoca so gestaltet, dass es ein Coworking Space ist, in dem er selber gerne arbeiten würde. Bald eröffnet er in der direkten Nachbarschaft ein weiteres Coworking Space, denn die Nachfrage ist enorm. Barcelona scheint uns die Coworking-Hauptstadt Europas zu sein. Ob diese These auf unserer Reise bestehen wird, werden wir sehen.

Unser Geheimtipp: Zwei Fußminuten vom Pipoca entfernt, liegt der Mercat de la Boqueria, den man sowieso als Besucher der Stadt gesehen haben sollte. Auf diesem Markt kann man zur Mittagszeit hervorragend essen.

Coworking am Innovation-Hotspot: Makers Of Barcelona (MOB)

In der europäischen Coworking-Szene braucht das „Makers of Barcelona“ (MOB) keine nähere Erklärung. Das noch nicht einmal vier Jahre alte Space ist eines der innovativsten Orte Europas und fast schon wahr gewordenes Symbol der neuen Arbeitswelt. In einer ehemaligen Textilfabrik erstreckt sich über mehrere Etagen ein Coworking Space, dass viel Platz für Kreativität bietet und irgendwie anders ist.

Das fängt schon beim Betreten des MOB an, denn dem Coworking Space ist ein Café namens FabCafe vorgelagert, das neben einem 3D-Drucker auch über einen Bitcoin-Geldautomat verfügt und leckere Smoothies und Bagels anbietet. Eine durch Fingerabdrucksensor gesicherte Glastür, führt dann in die ehemalige Fabrikhalle.

Das MOB ist ein bunter Ort. Die Möbel sind aus Holz, die Türen aus Glas. Plastik ist kaum zu sehen. Nichts wirkt zueinander passend, alles ist aber aufeinander abgestimmt. So können die großen Räume des Coworking Space schnell umgestaltet und anderweitig genutzt werden. Wo am Vormittag noch ein Dutzend Coworker saß, kann Abends ein Vortrag vor Publikum gehalten werden.

Neben den Coworking-Bereichen für einzelne Coworker, können sich Teams und Startups auch ihre eigenen Arbeitsecken suchen und gestalten. Für die Hitze nicht gewöhnten Nordlichter wie uns, gab es sogar einen klimatisierten Arbeitsraum, der sich vergleichsweise wie ein Kühlschrank anfühlte. Am besten hat mir aber der große Keller mit seinen riesigen Tischen zum Coworking gefallen.

Ein Tag Coworking kostet im MOB genau 20 Euro, wer länger oder öfters in der Stadt ist, sollte die 10er-Karte für 100 Euro nehmen. Es lohnt sich, denn besonders am Abend finden viele Veranstaltungen im MOB statt. Es ist einer der Orte für die Tech- und Entrepreneur-Szene der Stadt, die man besucht haben sollte. Die Community macht den Spaß erst zu etwas besonderem, denn hier trifft man ein paar der interessantesten Menschen der Stadt.

Unser Geheimtipp: Nur wenige Fußminuten vom MOB liegt der Arc de Triomf, der auf direktem Weg über die Passeid de Lluís Companys in Parc de la Citudella führt, wo man im Grünen liegend das warme Klima der Stadt besser ertragen kann.

Ökologie trifft auf Design: Betahaus Barcelona

Eigentlich war das Betahaus Barcelona nicht auf unserer Liste, aber nachdem uns das Coworking Space RavalCo abgewiesen hatte, alle Plätze waren belegt, entschieden wir uns spontan für das Betahaus, dessen Ableger in Hamburg und Berlin uns vertraut sind. Genau wie der Fahrradständer von fritz-kola im Eingangsbereich.

Nach der elektronischen Registrierung waren wir Clubmitglieder des Betahaus. Bezahlt wird ganz einfach per Kreditkarte auf der Website des Coworking Space. Ein Tagespass kostet 20 Euro, inklusive einer Kaffee- bzw. Teeflatrate. Mit einem monatlichen Clubbeitrag von lediglich 79 Euro kann jeden Tag zu den gleichen Bedingungen gearbeitet werden. Es gilt, wer zu erst kommt, hat einen Platz zum Arbeiten für den Tag sicher.

Den größten Komfort und die meisten Vorteile erhält man im Betahaus Barcelona für den Monatsbeitrag in Höhe von 229 Euro. Bereits über 200 Menschen sind Mitglied im Betahaus Barcelona. Sie haben die Möglichkeit, auch in den oberen Etagen zu arbeiten. Und sie verstehen sich als Community, die mehr macht als nur miteinander zu arbeiten. Am Abend kamen mehrere Mitglieder zusammen und kochten gemeinsam.

Die Ausstattung des Spaces und die damit einhergehende Verarbeitung von wieder verwertbaren Ressourcen und Naturmaterialien, ist mir natürlich sofort ins Auge gefallen. Die gesamte Küchentheke ist ausschließlich aus Mauerziegelsteinen und Holz gebaut worden. Selbst auf den Toiletten prankt ein Aufkleber: „only clean with soap and water“. Hier wird ein ökologisches Bewusstsein tatsächlich gelebt. Alles sehr schick, so ein gewisser Berlin Hipster-Flair schwingt mit.

Eine Besonderheit dieses Betahaues ist sicherlich die eigene Werkstatt „El Taller“. In der, die für das Space genutzten Möbel, selbst gebaut werden und den Mitgliedern zugleich ein Raum für handwerkliche Ideen geboten wird. Auch sonst versteht sich das Betahaus als Space für viel Freiheit und Freiraum. Jeder kreative Kopf ist hier willkommen und kann aktiv mit gestalten. Es werden neben den Arbeitsplätzen und Meeting Rooms, auch Räumlichkeiten für eigene Veranstaltungen geboten.

Unser Geheimtipp: Nur zwei Fußminuten entfernt befindet sich der Plaça Rovira i Trias, unter dessen Schatten spendenden Bäumen einige Cafés Sitzgelegenheiten anbieten. Hier kann man entspannen und es sich bei einem Eis oder kühlen Getränk gut gehen lassen.

Nicht nur etwas für die Startup-Szene: Talent Garden Barcelona

Während wir an diesem Tag bereits im Coworking Space Makers Of Barcelona (MOB) am arbeiten waren, erreichte Tobias eine spontane Interviewanfrage von dem Carsharing-Startup Drivy, die ihren Dienst nun auch in Spanien anbieten. Da sein Interviewpartner Jaume Suñol selbst von einem Coworking Space aus arbeitet, nutzten wir die Gelegenheit, um einen weiteren Space in Barcelona sehen zu können.

Während Tobias das Interview führte, ließ ich mir den Space von Andrea zeigen und ein paar Dinge erklären. Auch hier kann man für eine Tagesmiete von 20 Euro arbeiten. Es gibt keine strenge Policy, dass man aus der Startup-Szene kommen muss, wie es als Gerücht vorab zu uns vordrang – nur aus der digitalen Branche sollte man idealer Weise kommen, um es sich auf Dauer an einem der Tische gemütlich machen zu können.

Viel können wir über das Arbeiten in dem Space nicht berichten, da wir wieder zurück zum MOB gefahren sind, aber hier findet ihr meine Fotos von dem Coworking Space Talent Garden: