Startup-Hotspot statt Coworking Space: Darwin Bordeaux

Die Vorfreude auf das Coworking Space Darwin war überaus groß, wurde es uns doch von mehreren Coworkern in Frankreich als das Ideal eines Coworking Space empfohlen. Wenn wir in Bordeaux sind, sollten wir es uns unbedingt anschauen. Noch am Tag zuvor wurde es von einem Coworker des Coolworking-Space als das beste seiner Art in Bordeaux angepriesen und er würde nur deshalb dort nicht arbeiten, weil es zwei- bis dreimal so teuer wie andere Spaces in Bordeaux ist.

Als wir endlich auf der dem Zentrum von Bordeaux gegenüber liegenden Uferseite der Garonne waren, schritten wir in den zweiten Stock einer alten Industriehalle, um uns einen Arbeitsplatz zu suchen. Leider fühlte sich niemand für unser Anliegen oder diese Räumlichkeiten an sich verantwortlich. Wir wurden immer wieder an jemand anders verwiesen und sollten in den anderen Stockwerken nachfragen. Unterwegs trafen wir auf eine hilfsbereite Frau, die uns zur der gut versteckten Anmeldung brachte. Ihr Engagement war nicht nur hilfreich, sondern auch notwendig, denn keiner der Damen hinter dem Rezeptionstresen konnte auch nur ein Wort Englisch.

Man erklärte uns dann, dass das Konzept eines Coworking Space für einzelne Coworker vor rund zwei Monaten aufgegeben wurde, denn die Nachfrage übertraf das Angebot. Inzwischen könnten sich nur noch Startups und Unternehmen im Darwin einmieten, das auf Tausenden von Quadratmetern mehr als genug Platz hat. Tobias und ich mussten auf zwei Sofas im hauseigenem Restaurant Platz nehmen. Ein sehr cooler Ort, das uns irgendwie an das Soho House in Berlin erinnerte.

Im Darwin konnten wir also leider nicht testen, wie es ist, in diesem Coworking Space zu arbeiten, aber wir müssen euch mit unseren Fotos zeigen, wie unglaublich schick dieser Ort ist.

Coworking unter der Sonne: La Girafe Bordeaux

Unseren letzter Vormittag im wunderschönem Bordeaux verbrachten wir im Coworking Space La Girafe. Die in Frankreich angebrochene Urlaubszeit kam uns auch hier wieder gelegen, denn es waren viele Plätze frei. Das ist nicht immer so in einem Land, in dem Coworking gerade einen der wirtschaftlichen Trends schlechthin ist.

Das Preismodell von La Girafe ist wunderbar simpel gehalten. Die Tagesmiete beträgt 20 Euro, die Miete für eine Woche gerademal 80 Euro, was sehr preiswert für Bordeaux ist. Bevor man sich mit einer Monatsmiete von 300 Euro an das Coworking Space bindet, kann man drei Tage vor Ort gratis arbeiten, um zu sehen, wie es einem gefällt. Das ist genauso im Interesse der Betreiberin, als auch sicherlich der anderen Coworker. Dadurch hat jeder die Möglichkeit, das hier vorherrschende Arbeitsklima in Ruhe und ausgiebig anzutesten.

Insgesamt stehen 12 Coworking-Plätze zur Verfügung. Wahlweise lässt es sich via Wifi oder LAN surfen. Egal für welche Mietvariante man sich entscheidet, alle Leistungen sind immer inklusive. Auf die Dusche im Badezimmer wurden wir, wenn wir denn joggen möchten, extra noch einmal hingewiesen. Sämtliche Räumlichkeiten sind in einem Quadrat um eine große Terrasse herum gebaut. Diese ist somit von allen Seiten zugänglich und flutet die ganze Büroetage mit einem angenehmen Tageslicht.

Wer einen ruhigen Arbeitsplatz sucht, wo es schnelles Internet und die Möglichkeit entspannter Pausen auf einer sehr schön begrünten Terrasse gibt, sollte sich La Girafe auf alle Fälle anschauen. Nur das gewisse Extra, ein bisschen Charme und Chic, eben die persönliche Note, fehlte mir persönlich.

Unser Geheimtipp: Bei der Dachterrasse hatten wir keinen Bedarf, das Coworking Space zu verlassen, weshalb die Terrasse an sich unser Geheimtipp ist.

Ein offenes Miteinander: Coolworking Bordeaux

Im Zentrum von Bordeaux befindet sich das Coworking Space Coolworking. Es liegt in einer Seitenstraße, die vom Place des Quinconces abgeht, kann also kaum verfehlt werden, denn der Quinconces ist einer der größten Plätze in Europa.

Das Coolworking ist in erster Linie ein Arbeitsplätze vermietendens Unternehmen. Die funktional gestalteten Tische, mit kleinen Blumenkästen zwischen den sich gegenüber sitzenden Coworkern, sind optimale Arbeitsplätze. Ein Tagespass kostet 20 Euro, für 90 Euro gibt es eine 10er-Karte, mit der man jedoch stets nur einen halben Tag arbeiten darf. Eine Monatsmiete für Arbeitstage mit einem Vollzeitanspruch beträgt 330 Euro. Für Startups gibt es zusätzliche Angebote. Eine leider zu seltene Option ist die zusätzliche Buchung von Hardware: einen externen Monitor oder Kopfhörer kann für zwei Euro am Tag gemietet werden. Die Leihgebühr der Kopfhörer für ein volles Jahr beträgt 200 Euro.

Die Einrichtung und Anrichtung der Arbeitsplätze erinnert hin und wieder an ein Klassenzimmer. Ob man sich nun zur Seite dreht oder nach hinten lehnt, man wird wohl immer einen Gesprächspartner finden. Eine sehr offene und kommunikative Arbeitsatmosphäre ist in diesem Space gewollt. Zum Mittag isst man fast immer zusammen und ab 18 Uhr wird mit der eigenen Brettspielesammlung gemeinschaftlich der Abend verbracht. Work hard, play hard.

Die Zeit während des Arbeitens ist in diesem Coworking Space rasend schnell vergangen. Wird doch hier, wenn mal eine Arbeitsblockade herrschen sollte, einiges angeboten, um den Kopf freizubekommen. Neben einem Kickertisch bietet das Space eine Leinwand plus Spielekonsole an. Nach so manch einem langen Arbeitstag fühlt man sich sicherlich mehr entspannt als gestresst.

Wer ein junges und kommunikatives Arbeitsumfeld mit viel Komfort sucht, ist hier genau richtig. Nur blickdichtes Arbeiten ist mitunter nicht immer machbar. Insgesamt wird hier ein gutes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Entspannung geschaffen.

Unser Geheimtipp: Das Coworking Space Coolworking befindet im Herzen von Nantes, weshalb man die Wahl zwischen Shopping im Zentrum oder einen Spaziergang über den Place des Quinconces hat. Für jedes Pläsierchen sollte sich etwas finden.