Arbeiten unter Frankreichs Sonne: La Terrasse Nantes

Das Coworking Space La Terrasse ist eines der wenigen Spaces, dass das ganze Jahr geöffnet hat und nicht wie üblich in Frankreich, in die Sommerpause geht. Genau wie die anderen Coworking Spaces in Nantes, liegt auch dieses in der Nachbarschaft der Rue des Olivettes, in der wir bereits La Prairie besucht haben.

Auf zwei Etagen und einer großen, Sonnen gefluteten Terrasse, spielt sich hier alles ab. Nur leider bietet dieses Space keine Tagespässe an und alle Arbeitsplätze werden ausschließlich an feste Coworker vermietet. Eigentlich wollte man uns schon wegschicken, aber ausnahmsweise bot man uns noch freie Plätze an einem Meetingtable an. Schließlich war das Coworking Space, bedingt durch die Urlaubszeit, zu 80 Prozent leer und so konnten wir hier doch noch spontan arbeiten.

Direkt unter dem Dach im Hochsommer zu arbeiten, bringt einen hin und wieder ins Schwitzen. Aber ein wenig Abkühlung findet man direkt unter dem Sonnenschirm auf der Terrasse, dem Herzstück dieses Coworking Spaces. Von der eigentlichen Arbeitsatmosphäre konnten wir, bedingt durch die Sommerpause, leider nicht viel mitbekommen. Hier ließ es sich während unseres Aufenhaltes aber sehr entspannt in einem lockeren Miteinander arbeiten:

Startup-Hotspot statt Coworking Space: Darwin Bordeaux

Die Vorfreude auf das Coworking Space Darwin war überaus groß, wurde es uns doch von mehreren Coworkern in Frankreich als das Ideal eines Coworking Space empfohlen. Wenn wir in Bordeaux sind, sollten wir es uns unbedingt anschauen. Noch am Tag zuvor wurde es von einem Coworker des Coolworking-Space als das beste seiner Art in Bordeaux angepriesen und er würde nur deshalb dort nicht arbeiten, weil es zwei- bis dreimal so teuer wie andere Spaces in Bordeaux ist.

Als wir endlich auf der dem Zentrum von Bordeaux gegenüber liegenden Uferseite der Garonne waren, schritten wir in den zweiten Stock einer alten Industriehalle, um uns einen Arbeitsplatz zu suchen. Leider fühlte sich niemand für unser Anliegen oder diese Räumlichkeiten an sich verantwortlich. Wir wurden immer wieder an jemand anders verwiesen und sollten in den anderen Stockwerken nachfragen. Unterwegs trafen wir auf eine hilfsbereite Frau, die uns zur der gut versteckten Anmeldung brachte. Ihr Engagement war nicht nur hilfreich, sondern auch notwendig, denn keiner der Damen hinter dem Rezeptionstresen konnte auch nur ein Wort Englisch.

Man erklärte uns dann, dass das Konzept eines Coworking Space für einzelne Coworker vor rund zwei Monaten aufgegeben wurde, denn die Nachfrage übertraf das Angebot. Inzwischen könnten sich nur noch Startups und Unternehmen im Darwin einmieten, das auf Tausenden von Quadratmetern mehr als genug Platz hat. Tobias und ich mussten auf zwei Sofas im hauseigenem Restaurant Platz nehmen. Ein sehr cooler Ort, das uns irgendwie an das Soho House in Berlin erinnerte.

Im Darwin konnten wir also leider nicht testen, wie es ist, in diesem Coworking Space zu arbeiten, aber wir müssen euch mit unseren Fotos zeigen, wie unglaublich schick dieser Ort ist.

Besuch einer französischen Legende: La Cantine in Toulouse

La Cantine ist eine Institution für Coworking in Frankreich. Es war das erste Coworking Space des Landes (in Paris gegründet) und gehört auch weltweit zu den ersten Orten, die diese neue Form des Arbeitens geprägt hat. Wir besuchten den südlichsten Ableger in Frankreich: La Cantine Toulouse.

Das Space beeindruckt durch seine Größe und moderne Einrichtung. Alles hier ist dem Gedanken der Zusammenarbeit verpflichtet. Anders als zum Beispiel im Betahaus und dem MOB in Barcelona, sind die Möbel wesentlich funktionaler und nicht Ausdruck einer weiteren Philosophie. Hier geht es nur ums Coworking. Und um die Community, die hier genügend Platz und einen vollen Veranstaltungskalender vorfindet.

In der Lobby steht ein Tresen, in der sich im Laufe des Tages das ganze Coworking Space mindestens einmal getroffen hat. In den höheren Etagen des Hauses sitzen Teams und Startups, während wir Tagesbesucher vor allem im Erdgeschoss arbeiteten. Der halbe Tag kostet fünf Euro, ein ganzer Tag Coworking in La Cantine gibt es für 10 Euro. Bezahlt werden kann selbstverständlich auch in Bitcoins.

Obwohl La Cantine sich seit der Gründung vor allem an ein internationales Publikum richtet, ist die Arbeitssprache hier Französisch. Englisch wird nur teilweise, dafür aber sehr bemüht gesprochen. Das ist allerdings fast schon typisch für Frankreich und war auf unseren Stationen in Dresden und Leipzig nicht anders, trotzdem aber ein auffälliger Unterschied im Vergleich zu Barcelona.

Die engagierten Mitarbeiter und die Arbeitsatmosphäre, in der wir trotz der hohen Temperaturen an dem Tag sehr produktiv arbeiten konnten, gefielen uns sehr gut. Durch seine Nähe zum Bahnhof und dem Zentrum der Stadt, liegt La Cantine auch hervorragend und sollte beim nächsten Trip nach Toulouse unbedingt besucht werden.

Unser Geheimtipp: Ungefähr zehn Fußminuten südlich von La Cantine liegen die beiden Parks Jardin des Plantes und Jardin Royal, unsere liebsten Orte in der allgemein sehr schönen Stadt.

Coworking unter der Sonne: La Girafe Bordeaux

Unseren letzter Vormittag im wunderschönem Bordeaux verbrachten wir im Coworking Space La Girafe. Die in Frankreich angebrochene Urlaubszeit kam uns auch hier wieder gelegen, denn es waren viele Plätze frei. Das ist nicht immer so in einem Land, in dem Coworking gerade einen der wirtschaftlichen Trends schlechthin ist.

Das Preismodell von La Girafe ist wunderbar simpel gehalten. Die Tagesmiete beträgt 20 Euro, die Miete für eine Woche gerademal 80 Euro, was sehr preiswert für Bordeaux ist. Bevor man sich mit einer Monatsmiete von 300 Euro an das Coworking Space bindet, kann man drei Tage vor Ort gratis arbeiten, um zu sehen, wie es einem gefällt. Das ist genauso im Interesse der Betreiberin, als auch sicherlich der anderen Coworker. Dadurch hat jeder die Möglichkeit, das hier vorherrschende Arbeitsklima in Ruhe und ausgiebig anzutesten.

Insgesamt stehen 12 Coworking-Plätze zur Verfügung. Wahlweise lässt es sich via Wifi oder LAN surfen. Egal für welche Mietvariante man sich entscheidet, alle Leistungen sind immer inklusive. Auf die Dusche im Badezimmer wurden wir, wenn wir denn joggen möchten, extra noch einmal hingewiesen. Sämtliche Räumlichkeiten sind in einem Quadrat um eine große Terrasse herum gebaut. Diese ist somit von allen Seiten zugänglich und flutet die ganze Büroetage mit einem angenehmen Tageslicht.

Wer einen ruhigen Arbeitsplatz sucht, wo es schnelles Internet und die Möglichkeit entspannter Pausen auf einer sehr schön begrünten Terrasse gibt, sollte sich La Girafe auf alle Fälle anschauen. Nur das gewisse Extra, ein bisschen Charme und Chic, eben die persönliche Note, fehlte mir persönlich.

Unser Geheimtipp: Bei der Dachterrasse hatten wir keinen Bedarf, das Coworking Space zu verlassen, weshalb die Terrasse an sich unser Geheimtipp ist.

Ein offenes Miteinander: Coolworking Bordeaux

Im Zentrum von Bordeaux befindet sich das Coworking Space Coolworking. Es liegt in einer Seitenstraße, die vom Place des Quinconces abgeht, kann also kaum verfehlt werden, denn der Quinconces ist einer der größten Plätze in Europa.

Das Coolworking ist in erster Linie ein Arbeitsplätze vermietendens Unternehmen. Die funktional gestalteten Tische, mit kleinen Blumenkästen zwischen den sich gegenüber sitzenden Coworkern, sind optimale Arbeitsplätze. Ein Tagespass kostet 20 Euro, für 90 Euro gibt es eine 10er-Karte, mit der man jedoch stets nur einen halben Tag arbeiten darf. Eine Monatsmiete für Arbeitstage mit einem Vollzeitanspruch beträgt 330 Euro. Für Startups gibt es zusätzliche Angebote. Eine leider zu seltene Option ist die zusätzliche Buchung von Hardware: einen externen Monitor oder Kopfhörer kann für zwei Euro am Tag gemietet werden. Die Leihgebühr der Kopfhörer für ein volles Jahr beträgt 200 Euro.

Die Einrichtung und Anrichtung der Arbeitsplätze erinnert hin und wieder an ein Klassenzimmer. Ob man sich nun zur Seite dreht oder nach hinten lehnt, man wird wohl immer einen Gesprächspartner finden. Eine sehr offene und kommunikative Arbeitsatmosphäre ist in diesem Space gewollt. Zum Mittag isst man fast immer zusammen und ab 18 Uhr wird mit der eigenen Brettspielesammlung gemeinschaftlich der Abend verbracht. Work hard, play hard.

Die Zeit während des Arbeitens ist in diesem Coworking Space rasend schnell vergangen. Wird doch hier, wenn mal eine Arbeitsblockade herrschen sollte, einiges angeboten, um den Kopf freizubekommen. Neben einem Kickertisch bietet das Space eine Leinwand plus Spielekonsole an. Nach so manch einem langen Arbeitstag fühlt man sich sicherlich mehr entspannt als gestresst.

Wer ein junges und kommunikatives Arbeitsumfeld mit viel Komfort sucht, ist hier genau richtig. Nur blickdichtes Arbeiten ist mitunter nicht immer machbar. Insgesamt wird hier ein gutes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Entspannung geschaffen.

Unser Geheimtipp: Das Coworking Space Coolworking befindet im Herzen von Nantes, weshalb man die Wahl zwischen Shopping im Zentrum oder einen Spaziergang über den Place des Quinconces hat. Für jedes Pläsierchen sollte sich etwas finden.

Coworking als Alternative: La Prairie Nantes

Südlich der Alstadt von Nantes, in einem ehemaligen Industriegebiet, befinden sich nahezu alle Coworking Spaces der Stadt, u.a. auch La Prairie. Der August ist in Frankreich ein klassischer Urlaubsmonat und auch die Hälfte der Coworking Spaces von Nantes hatte geschlossen, doch mit dem La Prairie fanden wir nicht nur eine offene Alternative, sondern auch einen sehr familiären Ort, in dem es sehr angenehm zu arbeiten war.

Gaël Hémon hat das Space mit ebenfalls Räumlichkeiten suchenden Freunden gegründet. Erst nur im Vorderhaus einer ehemaligen Fabrik, dann breitete sich das Coworking Space schrittweise im gesamten Gebäude aus. Immobilien sind noch preiswert in Nantes und der Arbeitsmarkt drängt viele in die Selbstständigkeit, weshalb Coworking Spaces gerade sehr gefragt sind. Laut Hémon ist die Nachfrage an freien Plätzen größer als das Angebot, trotz fünf Coworking Spaces in einer Straße. Das liegt auch daran, dass viele junge Familien aus Paris in das überschaubare Nantes ziehen, ohne aber ihre Berufe aufgeben zu müssen. Das Internet und Coworking Spaces machen es möglich.

Im La Prairie arbeiten mittlerweile 20 Coworker auf zwei Etagen. Neben zwei Großraumbüros, gibt es auch zwei kleinere Räume und ein Konferenzzimmer, in dem wir an dem Tag Platz für uns fanden. Mittelpunkt ist ein großes Foyer mit vielen Sitzmöglichkeiten, wo das gemeinsam gekochte Mittagessen zu sich genommen werden kann oder man sich einfach mal zum miteinander Reden zusammen setzt. Man merkt dem Coworking Space seinen familiären Charakter in jedem Moment an. Und wir beiden Tagesmieter, eigentlich eine Ausnahme in Nantes, wo sich noch nicht viele digitale Nomaden hin verirrt haben, wurden auch schnell aufgenommen.

Geheimtipp: Eigentlich kann Nantes sogar noch als Stadt an sich ein Geheimtipp für Kunst begeisterte Menschen sein, aber nur eine Minute von La Paririre (und fast jedem anderen Coworking Space in der Straße) entfernt, befindet sich das Restaurant La Récré, in dem es köstliche und einfach gehaltene, französische Küche mit saisonalen Speisen aus der Region gibt.