Was sich auch als Coworking Space bezeichnet: Studio Delta Leipzig

Nicht alles lief glatt, als wir in Leipzig waren. An einem Tag wollte scheinbar nichts gelingen. Nach einem Besuch beim Online-Radiosender Detektor.fm wollten Kati und ich bei Chaos Coworking den Tag verbringen. Doch eine halbe Stunde bevor wir ankamen, durchtrennte ein Bagger auf einer Baustelle im Viertel die Leitungen. Das Coworking Space war offline.

Nach einem Mittagsessen in der Kantine beim Coworking Space Raumstation , wo wir am Vortag schon waren, entschlossen wir uns weiter zu suchen. Unsere Alternative: ein Rockzipfel genanntes Coworking Space für Eltern mit Kindern. Doch das war mitten in der Sommerpause und schickte uns wieder weg. Letztendlich fanden wir im Leipziger Coworking Space Studio Delta zwei freie Plätze an einem Gemeinschaftstisch im Flur.

Vor Ort konnte uns zuerst niemand helfen, denn die verschiedenen Dauermieter in diesem Coworking Space kannten sich untereinander überhaupt nicht. Wer hier etwas zu sagen hat, war nicht klar. Telefonisch erreichten wir dann die Betreiberin, die uns die Erlaubnis gab, am Gemeinschaftstisch im Flur zu arbeiten. Offensichtlich ist dieses Coworking Space nicht auf Tagesgäste vorbereitet, für den halben Tag mussten wir allerdings auch nichts zahlen.

Der Flur ist das Zentrum des Coworking Space, weshalb wir hier sehr schnell einen Eindruck bekamen, wie es im Studio Delta zu geht. Wie schon gesagt, niemand kannte sich und es grüßte sich auch niemand. Aus einem Raum hörten wir nur ein lautes Geschnarche. Dieser unpersönliche Ort ist alles andere als ein Coworking Space, viel mehr eine Etage voller einzelt vermieteter Büros. Hier werden wir nicht noch einmal versuchen zu arbeiten.

Unser Geheimtipp: Einen großen Bogen um diese Bürogemeinschaft machen und gleich zur Raumstation gehen.

Ein abgehobenes Coworking Space in Leipzig: Raumstation

Ausstieg S-Bahnstation Lindenau in Leipzig. Das erste Gefühl: nicht sehr einladend hier. Alles wirkt ein wenig verschlafen und in die Jahre gekommen. Nach einem kurzen Spaziergang, vorbei an leeren Gartenlauben und grauen Altbauwohnungen, stehen wir vor einem Fabrikgebäude. Dem alten Tapetenwerk in der Lütznerstraße. Heute sind wir wegen dem Coworking Space Raumstation hier.

Die beiden engagierten Köpfe hinter dem Coworking Space sind Jeanie Böger und Martina Ecklebe. Sie schaffen es, dass sich Coworking in der Raumstation nicht wie ein reines Geschäftsmodell anfühlt, sondern wie die wahr gewordene Philosophie des Miteinanders. Es herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre und unkompliziert ist hier nicht nur das Arbeiten im gemeinsam genutzten Space, sondern auch das gemeinsame Pause machen.

Wenn sich der Hunger langsam bemerkbar macht, ergreift irgendwann jemand von den Coworkern die Initiative und ruft unverbindlich „Essen?“ in den Raum. Wer möchte, schließt sich der Gruppe an. Bevorzugt wird hier die Kantine3, direkt auf dem Gelände des Tapetenwerks. Zurecht, da es uns dort menschlich wie auch kulinarisch so gut gefallen hat, verbrachten wir ein Tag später unsere gemeinsame Mittagspause erneut hier. Und es hat(te) sich wieder einmal gelohnt.

Die Preise in der Raumstation sind sogar für den Raum Leipzig angenehm niedrig. Mit unseren Preiserfahrungen aus Städten wie München, Hamburg oder Berlin wirkt es geradezu wie ein Schnäppchen. Die Tagesmiete liegt bei 14 Euro, Studierende zahlen für ein sogenannten FlexDesk 10 Euro. Der Service der beiden Betreiberinnen lässt keinen Wunsch übrig: flexibel einsetzbare 10er-Karten, feste Arbeitsplätze, vollmöblierte Büroräume, ein Seminarraum, Spartarife, Zugang 24/7 für feste Coworker und usw. Wunderbar ist natürlich auch, dass es einen kostenlosen Probetag gibt, genauso wie einen Schnuppermonat für 99 Euro.

Von allen Coworking Spaces, die ich direkt in Leipzig sehen oder wir im Internet ausfindig machen konnten, hat mir die Raumstation mit ihrem Konzept am besten gefallen. Preislich günstig und von der Umsetzung eines offenen und kommunikativen Arbeitens sehr gut gelungen, bin ich jetzt ein großer Fan von diesem Space. Hier mietet man die kostbare Wohlfühlatmosphäre gleich mit. Nicht nur aufgrund der sonnigen Dachterrasse oder dem köstlichen Kantinenessen, werden Tobias und ich hier sicherlich gerne wieder einmal arbeiten.

Unser Geheimtipp: Nach der Lektüre des Textes wohl noch alles andere als ein Geheimnis, aber man sollte unbedingt in Kantine3 einmal zu Mittag gegessen haben.